Jugendtag: Große Zustimmung!Bericht vom 57. Bundesjugendtag der Hockeyjugend in Köthen

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Bundesjugendtag: Große Zustimmung!

Bericht vom 57. Bundesjugendtag der Hockeyjugend in Köthen

12.03.2019 - Das sich zur Wahl stellende Team um die seit 2017 amtierende DHB-Bundesjugendvorsitzende Anette Breucker ist am Wochenende beim Bundesjugendtag in Köthen (Sachsen-Anhalt) mit großer Zustimmung der Delegierten aus Vereinen und Landesverbänden für weitere zwei Jahre ins Amt gewählt. „Es war insgesamt ein sehr harmonischer Bundesjugendtag mit wenigen kritischen Rückfragen“, so Anette Breucker. „Der Dank gilt den Organisatoren in Köthen, insbesondere Wulf Müller und Roman Schönemann, die hier eine sehr stilvolle und warme Atmosphäre geschaffen haben.“ Rund zwei Drittel aller möglichen Stimmen waren durch die Delegierten in Köthen vertreten. Bis auf Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen waren alle Landesverbände mit ihren Jugendwarten vor Ort.

Zum Auftakt gab es am Freitag zwei Workshops zu Themen mit hoher Relevanz für die Jugend. Die eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Jugendpokal. Der inzwischen sechs Mal ausgespielte Wettbewerb für Mannschaften der Zweithöchsten Spielklassen erfreut sich bei den teilnehmenden Teams nach wie vor großer Beliebtheit, hat aber in 2018 auch deutlich Schwachstellen aufgezeigt. Um die Zukunft des Jugendpokal sicher zu stellen, wurden neue Zeitfenster für die Ausrichtung der Endrunden und auch die Frage, ob die Endrunden Nord und Süd an unterschiedlichen Wochenenden stattfinden könnten, um den Ferien „aus dem Weg zu gehen“ diskutiert.

Workshop 2 hatte nicht weniger als eine grundlegende Reformierung des Jugendspieljahres zum Ziel, dies gegebenenfalls auch durch Überarbeitung der Altersklasseneinteilung als inhaltlichen Schwerpunkt. Unter der Leitung von Felizitas Bork wurden hier die verschiedenen Standpunkte ausgetauscht. Schnell kristallisierte sich dabei heraus,  dass Schnellschüsse nicht weiterhelfen, sondern dass dieses komplexe Thema in eine Arbeitsgruppe gegeben werden soll, die sich so zusammensetzt, dass die Teilnehmer durch ihre Arbeitsschwerpunkte im Jugendhockey möglichst viele verschiedene Blickwinkel auf das Problemfeld erlauben.

Am Samstagmorgen startete die von Michael Steinmann versiert moderierte Veranstaltung mit Grußworten des Köthener Oberbürgermeisters Bernd Hauschild und des Präsidenten des ausrichtenden Cöthener HC, Falk Sonnabend. Im Anschluss berichtete Anette Breucker stellvertretend für den BJV über die Arbeit der vergangenen zwei Jahre. Ergänzt wurde dieser Bericht durch einen Redebeitrag von Andreas Knechten zum Thema Nachwuchsschiedsrichter und Michael Wallroth, der intensiv um die Wahrnehmung des Schulhockeypokals im Rahmen des Final Fours in Krefeld, aber auch allgemein für den Bereich Schulhockey warb.

Nach der Vorstellung des Jahresabschlusses 2018 und der Entlastung des Vorstandes standen sogleich die Wahlen auf dem Programm. Wie im Vorfeld veröffentlicht, hatten vier Mitglieder des Bundesjugendvorstandes angekündigt aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl bereit zu stehen. Dies waren Ivo Breitanbruch, Kilian Fischedick, Felix Gantenbein und Michael Steinmann. Alle vier hatten den BJT lange ehrenamtlich unterstützt, sind nun aber mit Abschluss des Studiums und dem Berufseinstieg nicht mehr in der Lage, sich in gleicher Weise weiter zu engagieren, wie bisher. Das neu aufgestellte „Team Breucker“ stellte sich den Delegierten vor. Alternative Kandidaten meldeten sich nicht. Mit breiter Zustimmung – und zwar komplett ohne Gegenstimmen - wurden alle Kandidatinnen und Kandidaten einstimmig gewählt. Neu im Team sind nun Ulrike Schmidt (Sportentwicklung), Johannes Anzeneder (Sonderaufgaben) und Roman Schönemann (Kommunikation); die Möglichkeit einen zweiten Jugendsprecher wählen zu lassen, wurde nicht genutzt, da hier weiter in Ruhe nach einem passenden Bewerber gesucht werden soll.

"Wibke Weisel macht einen Wahnsinnsjob!"

Anette Breucker stellt vor allem Jugendsekretärin Wibke Weisel ein sehr gutes Zeugnis aus: „Sie ist die zentrale Figur im deutschen Jugendhockey. Mit der Erfahrung, ihrer Gelassenheit, aber auch dem Interesse, das sie den handelnden Personen und unterschiedlichen Themen entgegenbringt, macht sie einen Wahnsinnsjob!“

Direkt nach der Verabschiedung des Haushaltsplans 2019 und einem „kurzen Ritt“ durch die Jugendstatistik 2019 wurden die fristgerechten Anträge des TV Schwabach und der Bundesjugendvorstandes bearbeitet. Während der Antrag zur „Einführung einer Ausbildungsentschädigung für Jugendliche“ keine Mehrheit bei den Delegierten fand, sprach man sich aber dafür aus, die Rostocker Erklärung wiederzubeleben und die Aufnahme in die Satzung anzustreben. Der dritte Schwabacher Antrag zur „Wiedereinführung des alten Qualifikationsmodus nach Anzahl der Mannschaften der Verbände“ wurde bereits zu Beginn des Tagesordnungspunktes wieder vom Antragssteller zurückgezogen, da sich bereits in Vorgesprächen herauskristallisiert hatte, dass hierfür momentan keine Mehrheiten zu finden wären. Zum Antrag „Ausbildungsentschädigung“ gab es trotz Ablehnung in der Abstimmung aber ein positives Votum, die Idee als Auftrag an den BJV zu sehen, sich mit dieser Möglichkeit weiter auseinander zu setzen und sich Modelle anderer Verbänden zu diesem Themenfeld anzuschauen und ihre Übertragbarkeit auf die Hockeyjugend zu prüfen.

Der Antrag des Bundesjugendvorstands beschäftigte sich mit der Überarbeitung der Jugendordnung. Die entscheidende Änderung bestand darin, dass das Ressort „Mädchen“ durch das Ressort “Internationales“ ersetzt werden sollte. Die Sonderförderung zur Gewinnung weiblicher Hockeyspielerinnen muss nach Meinung des BJV aufgrund des erreichten Gleichgewichts zwischen weiblichen und männlichen Mitgliederzahlen nicht mehr ein vordringliches Ziel sein, so dass eine neue Schwerpunktsetzung im BJV angestrebt wurde. Das neue Ressort „Internationales“ will verstärkt Möglichkeiten schaffen, durch die Hockeyjugendliche aus Deutschland internationale Erfahrungen sammeln können. Dies können Jugendbegegnungen sein, Austauschprojekte aber auch Arbeitsgruppen, die sich Länderübergreifend mit Jugendthemen beschäftigen und junge Engagierte vernetzen.

Die für eine Änderung der Jugendordnung nötige Zwei-Drittel-Mehrheit erhielt der Antrag mühelos; eine überarbeitete Jugendordnung wird in Kürze online gestellt.

Ausrichter für Club-Veranstaltungen und Länderpokale gesucht

Auch der Jugendsport wurde besprochen, Anregungen und Rückmeldungen gesammelt. Im Anschluss an den Bundesjugendtag werden die Deutschen Meisterschaften Feld 2019 und Halle 2020, aber auch die Ausrichtung der Endrunden um den Jugendpokal ausgeschrieben. Aber nicht nur für die Clubveranstaltungen werden Ausrichter gesucht, auch die Länderpokale brauchen Vereine und Verbände, die mit Herzblut den Turnieren ein Zuhause geben. Dabei ist die Größe der Länderpokale (die Vorrunden auf dem Feld benötigen vier Plätze) oft ein Hindernis und es wird vermutlich zukünftig eher auf die Trennung nach Vorrunde 1 und 2 hinauslaufen. Hier wurde kurz ein Modell diskutiert, bei dem benachbarte Verbände jeweils eine Vorrunde (2 Plätze) ausrichten, um den teilnehmenden Verbänden die Anreise zu erleichtern und auch den Kostenrahmen im Blick zu behalten.

Ein Hockeyspiel besteht aus vier Vierteln! Diese Festlegung des Welthockeyverbandes hat auch für den Bereich des Jugendhockeys die Fragen aufgeworfen, wie diese Vorgabe, die bisher nur für Spiele der Nationalmannschaften galt, für den Jugendbereich sinnhaft umgesetzt werden kann. Zwei Vorschläge wurden diskutiert und der Beschluss wird dem Spielordnungsausschuss zur Implementierung in die Spielordnung ab 01.04.2020 weitergeleitet.

Ebenfalls mit einem positiven Votum abgeschlossen wurde die Diskussion über die Beibehaltung, und dazu Einbindung in die Spielordnung, der 500-Euro-Strafe bei zu spätem Rückzug einer bereits qualifizierten Mannschaft von der Teilnahme an der DM Jugend Feld. Dies war nach einem Urteil des Bundesschiedsgerichtes nötig geworden, das entschieden hatte, dass der alleinige Verweis in den Durchführungsbestimmung der Deutschen Meisterschaften nicht ausreichend sei.

Neben dem Jugendsport wird der BJV natürlich weitere Schwerpunktthemen bearbeiten und stellte diese kurz vor. Ganz oben auf der Liste steht weiterhin das Thema „Prävention sexualisierte Gewalt“, aber auch die Doping-Prävention soll wieder stärker in den Fokus rücken. Eine weiterhin große Rolle soll das junge Engagement spielen; hier laufen zum Beispiel bereits die Planungen für den 3. DHB-Jugendkongress, der für Sommer 2020 avisiert wurde. Aber auch die Wertevermittlung im Sport soll weiter in den Fokus rücken. Ein Auftakt wurde dazu mit der Einführung des Verhaltenskodex für den Bereich der Hockeyjugend bereits gemacht, auch die ersten Landeshockeyverbände und Vereine geben sich auf diese Weise Regeln für das Miteinander. 

Im Anschluss an die Tagung hatten die Delegierten die Möglichkeit an einer Stadtführung teilzunehmen und sich die interessante Geschichte der Stadt Köthen näher bringen zu lassen.

Dank und Ehrungen für langjährige Engagierte

Im Rahmen der gemeinsamen Abendveranstaltung wurde der Punkt „Ehrungen“ nachgeholt. Für ihr langejähriges Engagement im Jugendbereich bekam Gudrun Seeliger aus den Händen von Anette Breucker und Präsident Wolfgang Hillmann die Silberne Ehrennadel des DHB. Ebenfalls mit der Silbernen Ehrennadel geehrt wurde René Pleißner für seinen Einsatz im Jugend SRA des DHB und die jährliche Organisation der Schiedsrichter beim Herbstfinale von Jugend trainiert für Olympia. Er konnte nicht persönlich in Köthen anwesend sein und wird die Nadel daher zu einem späteren Zeitpunkt überreicht bekommen.

Anschließend wurden die vier langjährigen Mitstreiter aus dem Bundesjugendvorstand geehrt und zeitgleich verabschiedet. Hier schloss sich der Kreis für alle Beteiligten, war doch der heutige Präsident Hillmann noch Bundesjugendwart, als alle vier ihr Engagement in der Jugendjugend starteten.

Nach dem offiziellen Teil saßen die Delegierten noch lange beieinander und diskutierten das Vergangene aber auch das Zukünftige im Bereich Jugendhockey.

Gleich früh am Morgen ging es mit den noch offenen Punkten der Tagesordnung weiter und der eigens dafür angereiste Präsident Wolfgang Hillmann stand für die Aussprache mit den Delegierten und für Erklärungen zu Themen und Anträgen zum DHB Bundestag 2019 am 25. Mai in Grünstadt zur Verfügung. Er erläuterte unter anderem, warum die FIH Pro League nicht nur wichtig für das Welthockey, sondern auch für das deutsche Hockey sei. Außerdem nahm er zum Antrag „Auslagerung der Bundesliga“ Stellung und beantwortete Fragen. Darüber hinaus bekräftigte er seine erneute Kandidatur zum DHB Präsidenten und berichtete über Änderungen in der Zusammensetzung seines Teams, konnte aber zum aktuellen Zeitpunkt noch keine neuen Namen nennen.

Als letzten Punkt stellte der BJV Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Hessischen HV als Tagungsort für den Bundesjugendrat 2020 und den HV Schleswig-Holstein als den Ausrichter für den Bundesjugendtag 2021 vor. 

DHB-Jugendsekretärin Wibke Weisel: „Der BJT 2019 fand in einer sehr positiven, konstruktiv kritischen Atmosphäre statt. Wir haben uns in Köthen sehr wohl gefühlt. Man merkte deutlich, wie sehr allen Beteiligten die Zukunftsfähigkeit des deutschen Jugendhockeys am Herzen liegt. Es ging immer um die Lösungs-, nicht die Fehlersuche. Es hat mal wieder viel Spaß gemacht.“


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