Häner im Sporthilfe-InterviewMartin Häner sprach mit der Deutschen Sporthilfe über das aktuelle Team und mehr

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Häner im Sporthilfe-Interview

Martin Häner sprach mit der Deutschen Sporthilfe über das aktuelle Team und mehr

Am heutigen Donnerstag startet die deutsche Hockey-Nationalmannschaft beim Vier-Nationen-Turnier in Düsseldorf in die finale Olympia-Vorbereitung. Im Sporthilfe-Interview spricht Martin Häner, Olympiasieger 2012 in London, über Olympia-Ziele, den Druck als Titelverteidiger, eine Extremsituation im Studium und über die Wahl zum „Sport-Stipendiat des Jahres“.

Herzlichen Glückwunsch zur Olympia-Nominierung. Selbst für Dich als Olympiasieger war das keine Selbstverständlichkeit, denn der neue Trainer hatte die Parole ausgegeben, dass sich alle neu beweisen müssen?
Als Valentin Altenburg im November anfing, wurde alles auf Null gestellt. Es zählte nicht mehr was war, auch nicht, was eventuell kommen könnte. Für alle bestand dadurch die Möglichkeit, sich ins Team zu spielen, und das hat die Mannschaft gut aufgenommen. Jeder Trainerwechsel bringt Veränderungen und neuen Schwung. Aber erst in Rio werden wir sehen, ob wir auch Erfolg haben.

Was ist Euer Ziel für die Olympischen Spiele?
Das werden wir in der kommenden Teamsitzung besprechen. Beim Turnier in Düsseldorf setzen wir uns in diesen Tagen mit der Mannschaft zusammen. Und dann geben wir offiziell das Ziel aus. Das ist eine Mannschaftsentscheidung.

Aber nach den Olympiasiegen 2008 in Peking und 2012 in London gilt das deutsche Team mit als Favorit. Ist das zusätzlicher Druck?
Für mich ist der Top-Favorit Weltmeister Australien, daneben gehören die Niederlande, Großbritannien und Argentinien dazu. Es ist also ein großer Kreis. Dass Deutschland bei den letzten beiden Spielen Olympiasieger geworden ist, spielt für das aktuelle Team keine Rolle. Es sind ohnehin nur noch sechs Spieler aus London mit dabei, heute haben wir eine andere Mannschaft als 2012. Aber unabhängig davon, Olympische Spiele sind jedes Mal etwas Besonderes, da findet keine Abnutzung statt. Wir sind alle heiß und top motiviert.

Wie stark ist das Team schon im Moment?
Zuletzt haben wir das 6-Nationen-Turnier in Valencia gewonnen, da war schon eine klare Steigerung im Vergleich zur Champions Trophy im Juni zu erkennen. Unsere Leistungskurve geht nach oben. Aber noch sind wir nicht bei 100 Prozent. Das Turnier in Düsseldorf wollen wir jetzt vor allem dafür nutzen, dass sich die 16 Olympia-Fahrer richtig einspielen.

In Düsseldorf trefft Ihr auf Mannschaften, die auch in Rio dabei sind. Wie viel wird da vom wahren Leistungsvermögen preisgegeben, wird taktiert?
Wir wollen so gut spielen wie möglich, alles andere macht keinen Sinn. Nur so können wir uns richtig einspielen. Bei den Strafecken werden wir allerdings noch nicht alle Varianten zeigen, da heben wir uns noch die eine oder andere Überraschung für Rio auf. Und dann sind wir hoffentlich top vorbereitet.

Wie sah Deine persönliche Vorbereitung in den letzten Monaten aus? Musstest Du Dein Medizinstudium hinten anstellen?
Ich habe eine Extremsituation hinter mir. Im April habe ich mein schriftliches Staatsexamen abgeschlossen, das ja auch als „Hammerexamen“ gilt. Acht, neun Stunden am Tag habe ich gelernt, zusätzlich zum Training. Ich muss sagen, es gibt wirklich Schöneres. Aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe. Seitdem konzentriere ich mich zu 100 Prozent auf Hockey. Das tut richtig gut. Etwas für den Kopf zu tun, ist wichtig. Aber in Valencia habe ich es sehr genossen, in der freien Zeit einfach mal an den Strand zu gehen, einen Kaffee zu trinken und mich nicht nach jedem Spiel oder jeder Trainingseinheit wieder ans Lernen zu machen.

2013 bist Du für die erfolgreiche Verbindung von Sport und Studium als „Sport-Stipendiat des Jahres“ ausgezeichnet worden. Was hat die Wahl für Dich bedeutet?
Zunächst einmal bedeutete die Auszeichnung eine Verdoppelung des Stipendiums. Das war für mich immens wertvoll, das ist ein großer Teil meiner Einnahmen eines Monats. Neben dem finanziellen Aspekt zählt aber vor allem auch die Wertschätzung, die mit dem Preis verbunden ist. Hier bekommt man für den extremen Aufwand etwas zurück. Auch auf die ganzseitigen Anzeigen beispielsweise in der FAZ habe ich viel Feedback bekommen, das bin ich als Hockeyspieler sonst nicht gewohnt. Ich bin sehr stolz auf die Auszeichnung – und kann nur jeden Sportfan ermuntern, online auf www.sportstipendiat.de für den neuen Preisträger abzustimmen und damit die tollen Leistungen der diesjährigen Kandidaten zu würdigen.

Worauf freust Du Dich besonders bei den Olympischen Spielen?
Die Eröffnung ist natürlich ein einmaliges Erlebnis, aber wir haben am Tag danach unser erstes Spiel, deshalb steht noch nicht fest, ob wir hingehen. Als Hockeyspieler sind wir insgesamt während der gesamten Spiele ziemlich gebunden, wir haben so gut wie keine Möglichkeit, andere Wettkämpfe zu besuchen. Aber die ersten drei, vier Tage gehen wir durch das Olympische Dorf selbst fast wie Touristen, schauen, welche Athleten wir erkennen, man macht mal ein Foto mit einem NBA-Star. Aber nach diesen „Touri“-Tagen darf dann nur noch die sportliche Leistung zählen.

Abstimmung zum „Sport-Stipendiat des Jahres“ 2016 auf
» www.sportstipendiat.de

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