HONAMAS: Lektion im FinaleWorld League Halbfinale in Johannesburg, Herren-Finale: Belgien - Deutschland 6:1 (4:1)

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HONAMAS: Eine bittere Lektion im Finale

World League Halbfinale in Johannesburg, Herren-Finale: Belgien - Deutschland 6:1 (4:1)

23.07.2017 - Die deutschen Herren haben ihr Finalspiel bei der World League in Johannesburg deutlich gegen Rio-Silbermedaillengewinner Belgien verloren. Mit zwei Verletzungsausfällen konnte das DHB-Team gegen sehr starke Belgier nicht ausreichend gegenhalten, um den konterstarken Gegner in den Griff zu bekommen. Zwar konnte Tom Grambusch den zwischenzeitlichen 1:0-Rückstand einmal egalisieren, aber noch vor der Pause zog Belgien auf 3:1 davon und konnte in der zweiten Hälfte die HONAMAS noch drei Mal effektiv auskontern, so dass die Niederlage am Ende hoch ausfiel. So endete ein insgesamt starkes Turnier der verjüngten Mannschaft, die WM-Qualifikation und das Ticket fürs World-League-Finalturnier frühzeitig lösten, mit einem leichten Dämpfer. Zumindest individuell gab es einen ersten Platz: Mats Grambusch wurde zum besten Spieler des World-League-Turniers gekürt. (Fotos: Worldsportpics.com)

Stefan Kermas: „Das War eine für ein Endspiel nicht ausreichende Leistung, um zu gewinnen. Wir hatten insgesamt viel zu viele Ballverluste, um einen so aggressiven und läuferisch starken Gegner zu stoppen. Das erste Viertel war noch okay. Das zweite Viertel dann aber katastrophal. Da haben wir das Spiel auch klar verloren. Wir haben es nicht geschafft, Bälle zu behalten und uns gegenseitig zu unterstützen. Dazu kommt, dass wir auf der gesamten Anlage viel zu viele Infights verloren haben. Das trübt natürlich die Gesamtleistung dieses Turnier schon etwas, denn wir sind als Team gut zusammengewachsen und haben eine gute Leistungsentwicklung gezeigt. Aber in diesem Endspiel waren wir gegen diesen starken Gegner chancenlos. Und daraus gilt es jetzt zu lernen – individuell und als Team – weil wir so gegen Belgien auch in Zukunft kein Finale gewinnen werden. Eine bittere, hohe, aber verdiente Niederlage war das!“
Moritz Trompertz: "Belgien war uns heute in allen Belangen überlegen. Wir haben im zweiten Viertel und in der Endphase einfach zu viele leichte Fehler gemacht, die dann zu Toren führen. das darf uns so nicht passieren! Dieses Negativ-Erlebnis ist extrem bitter, aber vielleicht genau richtig für unser junges Team. Man lernt aus solch einer Niederlage meist mehr als aus knappen Siegen. Ansonsten fand ich es ein richtig gutes Turnier unserer Mannschaft. Wir werden daran intensiv arbeiten, und dann wird das bei der EM schon wieder ganz anders aussehen - da bin ich mir sehr sicher!"

Die Deutschen mussten dieses Finale nicht nur ohne Timm Herzbruch bestreiten, der sich im Halbfinale einen Riss des vorderen linken Kreuzbandes zugezogen hatte. Julius Meyer laborierte an einer Muskelverletzung und konnte auch nicht eingreifen. Dafür konnte Tom Grambusch mitspielen, der sich im Viertelfinale eine Daumenverletzung zugezogen hatte. Geehrt wurde vor dem Anpfiff Schiedsrichter John Wright (RSA), der an der Seite seines Bruders das letzte Spiel seiner 22-jährigen Karriere leitete.

Beide Teams begannen mit Respekt voreinander, spielten noch keinen Vollpress, sondern warteten kurz vor der Mittellinie auf den Aufbau des Gegners. Cedric Charlier hatte die erste Großchance der Partie, als er in der sechsten Minute völlig frei mit der Rückhand zum Schuss kam, aber hoch übers Tor schoss. Charlier hatte kurz darauf am linken Pfosten eine weitere Chance, scheiterte da aber an Tobi Walter. Auf der anderen Seite musste auch Vincent Vanash erstmal ran, als Wellen eine hohe Rückhandflanke hätte ins Tor blocken können (7.). Auf der anderen Seite dann erste Ecke für Belgien nach Fuß von Trompertz. Doch die verteidigten die Deutschen gut.
Belgien hatte in dieser Phase mehr vom Spiel, kam vor allem über Außen immer wieder gefährlich in den Rücken der Abwehr. Schade, dass Rührs Konterschlenzer auf Wellen einen Tick zu kurz war, sonst wäre der Krefelder durch gewesen (10.). Charlier holte dann die zweite belgische Ecke (14.). Die wurde zwar verstoppt, aber Stopper Arthur van Doren konnte mit der Rückhand den Ball flach ins rechte untere Eck zur 1:0-Führung (14.) platzieren. Zwicker hatte im nächsten Angriff eine Schusschance, verfehlte das Tor aber rechts (15.). So blieb es beim verdienten 1:0 für die Belgier, die mit ihrem Offensivspiel bis dahin dominierten.
Marco Miltkau holte zu Beginn des zweiten Viertels clever die erste Ecke für die HONAMAS (16.). Und die versenkte Tom Grambusch halbhoch ins rechte Eck zum 1:1 (16.). Und das 2:1 hätte fallen können, wenn Jonas Gomoll im nächsten Konter platzierter abgespielt hätte (17.). Da war mehr drin! Es gab kurz darauf eine umstrittene Ecke für Belgien, die Tom Boon zur erneuten Führung verwandelte. Hätten die Deutschen den Videobeweis genommen, wäre die Ecke wohl zurückgenommen worden. So aber nun 1:2 aus Sicht der Deutschen.
Und ein Ballverlust von Kapitän Mats Grambusch brachte Belgien kurz danach in gute Position. Boon passte auf den langen Pfosten, wo Amaury Keusters den Ball aus der Luft stark ins rechte untere Eck beförderte (22.). Gomoll hätte dann einen Stecher ins Tor platzieren können, als Matthias Müller einen Freischlag gut auf den rechten Pfosten brachte. Im Gegenkonter hielt Walter einen Schuss von Briels sehr stark. Doch im individuellen Abwehrverhalten passte es in diesem zweiten Viertel absolut nicht gut. Der starke Cedric Charlier verlud Linnekogel am Kreis, konnte so frei auf Walter zulaufen und schloss sehenswert ins rechte Toreck zum 4:1 ab (27.). Hätte Walter einen Schuss von Victor Wegnez nicht noch aus dem oberen rechten Eck geholt, wäre die Partie wohl schon vor der Pause entschieden gewesen.

Die Deutschen versuchten danach mehr selbst offensiv Akzente zu setzen, hatten dabei natürlich auch immer wieder die gefährlichste Waffe der Belgier abzuwehren – die schnellen Konter. Eine Großtat von Vanash verhinderte das 2:4 (37.), als er Wellen einen von der Latte tropfenden Ball auf der Linie noch vom Schläger spitzelte. Die Deutschen bauten jetzt geduldiger auf, aber die Angebote aus der Offensive waren limitiert. Thomas Briels sah dann Grün nach Foul an Rühr. Vanash klärte stark vor dem einschussbereiten Miltkau. Dann mal wieder ein Konter von Belgien, bei dem Walter stark gegen Boon hielt (43.).
Es fehlte jetzt aber auch ein wenig die Frische und Luft, um nach dem langen Turnier – und dazu mit zwei Mann weniger auf der Bank – gegen die konterstarken Belgier wieder heranzukommen. Man bemühte sich, kam aber meist einfach nicht durch. Zehn Minuten vor Ende nahm Stefan Kermas Walter für Müller als elftem Feldspieler vom Platz. Windfeder sah dann die Grüne Karte und musste auf die Strafbank (52.). Als Peter Wright dann auch noch Tom Grambusch zehn Minuten auf die Strafbank setzte – völlig überzogen, wegen nichts Ersichtlichem – war die Möglichkeit des Powerplays natürlich genommen.
Und dann hatte Belgien auch tatsächlich noch die Chance, mit einem langen Ball im Konter auf Charlier das 5:1 (58.) zu machen. Und als Walter wieder im Tor war, traf Meurmans im nächsten Konter auch noch per Rückhandschuss zum 6:1 (59.).

Tore:
1:0       Arthur van Doren (KE, 14.)
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1:1       Tom Grambusch (KE, 16.)
2:1       Tom Boon (KE, 20.)
3:1       Amaury Keusters (22.)
4:1       Cedric Charlier (27.)
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5:1       Cedric Charlier (58.)
6:1       Augustin Meurmans (59.)

Ecken:
BEL 4 (2 Tore) / GER 1 (1 Tor)

Schiedsrichter:
John Wright (RSA) / Peter Wright (RSA)

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