U18-EM: England bezwungenDeutschland schlägt England mit 3:1 / Sorge um den Daumen von Emily Günther

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WU18, EM in Santander: Furiose sechs Minuten im dritten Viertel

Deutschland schlägt England mit 3:1 / Sorge um den Daumen von Emily Günther

16.07.2018 – Dank einer gehörigen Leistungssteigerung gegenüber dem eher wackeligen 2:1-Auftaktsieg über Irland kamen die deutschen U18-Mädchen zu ihrem zweiten Vorrundensieg bei der Europameisterschaft in Santander. England wurde am Montag mit 3:1 (0:0) besiegt. „Super, dass wir wieder zu den Dingen zurückgefunden haben, die uns stark machen“, freute sich Bundestrainer Sven Lindemann über den vor allem im dritten Viertel erarbeiteten Erfolg.

Beide Teams lieferten sich eine Halbzeit lang ein Kampfspiel auf Augenhöhe. Deutschland fehlte im Kombinationsspiel noch die nötige Genauigkeit, um auch mal durchzukommen, auf der anderen Seite war Konzentration gefragt, die bissigen Britinnen immer noch rechtzeitig vor einem erfolgreichen Abschluss zu stoppen. Leistungsgerecht ging es torlos in die Pause.
Nach Wiederbeginn sah man eine wie verwandelt auftretende deutsche Mannschaft. Der Gegner wurde früh unter Druck gesetzt und zu Fehlern verleitet. Die dort gewonnenen Bälle waren dann Ausgangspunkt vielversprechender und jetzt auch erfolgreicher Angriffe. Nach 32 Minuten drang Carlotta Sippel diagonal von rechts kommend in den englischen Kreis ein, düpierte mit einer Drehung noch eine Verteidigerin und zog dann aus halblinker Position stramm ab – 1:0. Wenig später schnappte sich Lisa Nolte kurz hinter der Mittellinie das Spielgerät. Sie war mit Ball schneller als zwei Verteidigerinnen. Aus vollem Lauf wollte kein zwingender Abschluss gelingen, aber durch energisches Nachsetzen kam Nolte noch einmal an den Ball und drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie – 2:0 (36.).
Unmittelbar danach wahrte Torhüterin Mali Wichmann bei einem erfolgreichen Eins-gegen-Eins ihrem Team den Vorsprung. Es ging Schlag auf Schlag. Keine Minute weiter fasste sich auf der anderen Seite Yara Mandel ein Herz, dribbelte an zwei, drei Abwehrspielerinnen vorbei rechts in den Kreis und schloss die feine Einzelleistung mit einem Schuss von recht spitzem Winkel ab. Die Torfrau sah dabei nicht glücklich aus, als der Ball im langen Eck einschlug. Innerhalb von sechs Spielminuten hatte Deutschland drei Tore gemacht.
Das war mehr als eine Vorentscheidung. England hakte sein schwaches drittes Viertel zwar noch einmal ab und suchte den Vorwärtsgang, aber scheiterte an den sehr gut verteidigenden Deutschen. So bedurfte es schon eines dubiosen Pfiffes der paraguayischen Schiedsrichterin Pazoz, dass es zu einer Ecke mit Torfolge kommen konnte. Sophie Hamilton traf aus der Hereingeberposition zum 1:3 (54.). Ärgerlich bei dieser Situation war weniger das bei diesem Spielstand kaum bedeutungsreiche Gegentor als der Umstand, dass Deutschlands Emily Günther beim englischen Angriff mit Eckenfolge den Schläger auf den Daumen bekommen hatte. „Jetzt geht’s gleich ins Krankenhaus zur Kontrolle. Gut sieht das nicht aus“, sagte Teammanagerin Michaela Scheibe kurz nach dem Spiel besorgt.
Am Mittwoch (12.30 Uhr) geht es für die deutschen Mädchen gegen das punktlose Weißrussland um die Absicherung des Gruppensiegs. (Fotos: worldsportpics.com)

Tore:
0:1 Carlotta Sippel (32.)
0:2 Lisa Nolte (36.)
0:3 Yara Mandel (38.)
1:3 Sophie Hamilton (E, 54.)

E: 5 (1) / 0
Grün: 2/2
Gelb: Hearn (ENG)
SR: van den Bosch (Belgien), Pazoz (Paraguay)

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