Hockey India League hautnahVizepräsident Delf Ness war eine Woche als DHB-Vertreter Gast der Hockey India League ...

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Hockey India League hautnah

17.03.17 - Delf Ness, DHB-Vizepräsident Kommunikation und Marketing, war als Vertreter des DHB für eine Woche Gast bei der Hockey India League. Dabei sah er nicht nur Spiele in drei Städten, sondern konnte auch dem Final-Four-Turnier und der neuen FIH Award-Zeremony beiwohnen. Im Interview erzählt der Hamburger über seine Eindrücke und Erfahrungen aus dieser Reise.

Wie kam es zu dieser Reise?

Wir waren letztes Jahr in Dubai beim FIH-Kongress, bei dem wir Europäer spüren konnten, dass wir nicht automatisch das Zentrum der Hockeywelt sind. Über 30 asiatische Länder waren vertreten, über 20 afrikanische Länder, der neue Präsident kommt aus Indien, wichtige Positionen, wie der neue CEO der FIH, werden aus Ländern wie Neuseeland besetzt. Und wenn wir die Zukunft im Welthockey mit gestalten wollen, müssen wir auch dahin, wo die Action auch gerade stattfindet. Zum Glück ist Michael Green weiterhin im Executive Board der FIH, aber es war eine auch gute Entscheidung, die in Dubai fiel, dass Wolfgang Hillmann zur WM der U21 nach Indien gefahren ist und ich jetzt zur finalen Woche der Indian Hockey League.

Welche Eindrücke hast Du bei der Hockey India League gewinnen können?

Es ist ein spannendes Format, das den Sport, die Athleten und die Fans drumherum in den Vordergrund stellt. Hockey wird großartig in den Medien gezeigt, viele der besten Spieler der Welt sind zu sehen, dazu an vielen Stellen einige tausend Fans, die das Event zelebrieren. Die Finanzkraft der Sponsoren ist natürlich gigantisch, sonst könnte nicht so viel Honorar und Preisgeld verteilt werden. Ich glaube gar nicht, dass es so viel Geld sein müsste, gönne aber natürlich jedem Spieler jede Rupie, die er erhalten hat. Mein Eindruck nach den Gesprächen mit verschiedenen Spielern ist, dass sie zufrieden mit dem knackigen Format sind, auch wenn es durch logistische und dann doch finanzielle Gründe Spielansetzungen gibt, die in Deutschland für Unruhe sorgen würden – wie etwa erst fünf Heimspiele, dann fünf Auswärtsspiele –  in Indien für das gemeinsame Ganze aber akzeptiert werden. Auch wenn beim Final Four der Gastgeber sich nicht qualifiziert hatte und dadurch an den Finaltagen eher weniger Zuschauer waren, war es ein Fest für den Hockeysport.

Was kann man von der Hockey India League mitnehmen?

Die enge Zusammenarbeit mit dem TV-Sender, der ausführlich die Spiele und alles drumherum zeigt, ist großartig. Die Nachberichterstattung mit den Spielern ist auch fantastisch. Durch das kompakte Format von sechs Wochen und die Regelmäßigkeit im TV, hat Hockey es hier geschafft, sich neben dem übermächtigen Kricket, zumindest für ein kleines Fenster, zu platzieren. Was auch herrlich ist: Hier werden Heroes gefeiert. Schon beim Branding sah ich Mo Fürste und Flocke Fuchs ständig in Lebensgröße vor mir, und das überall.

Es ist natürlich ein anderes Konzept als bei uns. Hier zahlt niemand Eintritt, man möchte einfach viele engagierte Fans dabeihaben. Die Kosten werden durch die Sponsoren abgedeckt. Da brauchen wir noch etwas Zeit... Eine Kleinigkeit, die ich sehr gut fand, war der Preis für den "Most Entertaining Player," das werden wir schnell einführen.

Welche Gespräche konntest Du noch vor Ort führen?

Es war natürlich gut, mit Dr. Batra, dem neuen Präsidenten der FIH, sprechen zu können. Über seine Ziele, unsere Ziele und wie da der Zusammenhang entstehen kann. Mit dem neuen CEO der FIH, Jason McCracken, war ich vier Tage im intensiven Austausch. Ich freue mich sehr, dass er auf Hockey-Deutschland setzt und zum Bundestag nach Düsseldorf kommen wird. Weiterhin waren die Gespräche mit dem sehr guten Gastgeber Hockey India sehr positiv. Mit unserem Anliegen, enger zu kooperieren, sind wir ein Stück weitergekommen und werden konkrete erste Maßnahmen intern und dann mit Hockey India beschließen. Letztlich werden die Gespräche mit Starsport, dem TV-Sender und Vermarkter der TV-Bilder, und einigen Sponsoren-Vertretern sicherlich nicht hinderlich gewesen sein. 

Was waren noch wichtige Momente auf der Reise?

Die Chance, die vier deutschen Spieler - Fuchs, Fürste, Rühr, Wellen - in einen anderen Umfeld spielen zu sehen, auch welch großartige Vertreter alle vier 'on and off the pitch' waren, war sehr gut. Die FIH Award Ceremony war neu und, wie soll ich sagen, ungewöhnlich, aber es ist toll, dass Spieler, Trainer und Schiedsrichter – Gratulation an Christian Blasch noch einmal – in so einem Rahmen gewürdigt werden. Vielleicht können wir ja so einen Award bei uns mal ausrichten. Das Treffen mit dem dreimaligen olympischen Goldmedailiengewinner Balbir Singh Sen. war beeindruckend. Ich hoffe natürlich weiterhin, dass wir 2020 auch einen Spieler haben, der dann drei Mal Gold gewonnen hat.

Natürlich bleibt auch die nächtliche Taxifahrt zum Flughafen in Lucknow mit den beiden Award-Gewinnern Arthur van Doren und David Harte in  Erinnerung, als wir eine 60 Minuten Strecke in 35 schaffen mussten, um den Flieger zu bekommen. Wer Indien kennt, weiß, dass einem neben Rikschas, Motorräder, Tuc-Tucs und Bussen auch Wedding-Partys und Tiere im Weg stehen können - oder alle gleichzeitig. Indien ist einfach ein eindrucksvolles Land, mit vielen schwierigen Gegensätzen, aber mit besonders vielen herzlichen Menschen - es hat mir sehr gut gefallen. Und es ist schön, wie Hockey dort gefeiert wird.

 

 

 

 

 

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