Weltmeister stark gefordertU21-EM Damen in Valencia, Halbfinale: Niederlande – Deutschland 3:1 (0:1)

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Weltmeister stark gefordert

U21-EM Damen in Valencia, Halbfinale: Niederlande – Deutschland 3:1 (0:1)

02.09.2017 - Die deutschen Juniorinnen haben sich mit der mit Abstand besten Turnierleistung bei der Europameisterschaft in Valencia nicht belohnen können. Das junge Team von Bundestrainer Bouchouchi beherrschte den Weltmeister in der ersten Halbzeit beeindruckend und führte absolut verdient mit 1:0 zur Pause. Der erste Lapsus in der 37. Minute wurde jedoch sofort mit dem Ausgleich bestraft, und danach kam das DHB-Team nur noch selten zu seinem überzeugenden Spiel der ersten 30 Minuten. Die Favoritinnen konnten sich dank der größeren Cleverness durchsetzen. Gegen England geht es nun am Sonntag um 15 Uhr um Bronze. 

Bundestrainer Akim Bouchouchi: „Man muss klar sagen, die Mädels haben die Niederländerinnen in der ersten Hälfte in einigen Szenen klar vorgeführt, haben sie sehr gut auskombiniert und sie gar nicht richtig haben rauskommen lassen. Wir müssen uns aber vorwerfen, dass wir über Chancen und Ecken nicht noch das zweite Tor machen. Der Gegentreffer, bei dem wir aber auch nicht aufmerksam sind und nicht gut wechseln, so dass wir zu spät wieder hinten drin sind, hat zu einem Bruch im Spiel geführt. Wir haben durchaus auch danach noch ein, zwei Chancen auf ein weiteres Tor, werden aber dann auch deutlich bestraft. Ich bin auf jeden Fall mega stolz auf die Mädels. Sie haben klar gezeigt, dass sie zur europäischen Spitze dazugehören. Wir müssen aber noch lernen, uns zu belohnen.“

Die DHB-Juniorinnen spielten gegen den Favoriten am Anfang selbstbewusst mit. Beide Teams konnten in den ersten Minuten noch nicht in die Kreise des Gegners eindringen. Erst ein Fehler im deutschen Aufbau führte zur ersten Chance der Jong Oranjes, die Keeperin Selina Müller aber durch geschicktes Winkelverkürzen eliminierte (4.). Kurz darauf hatte Benedetta Wenzel einen ersten Schuss mit der Rückhand auf das holländische Tor, aber auch noch keine Mühe für deren Keeperin Karlijn Adank.
Das DHB-Team setzte sich dann etliche Minuten in der gegnerischen Hälfte fest, hatte lange Ballkontrolle, ohne das die Niederländerinnen überhaupt aus der eigenen Hälfte kamen. Eine deutliche Chance kam dabei aber auch nicht heraus. Dann sogar erste Grüne Karte für Ginella Zerbo für ein Stockfoul, so dass die Deutschen das Viertel in Überzahl beendeten. Doch in der Phase kamen die Bouchouchi-Schützlinge nicht mehr so überlegen nach vorn. So ging es mit 0:0 in die Pause. Ein starkes Viertel des DHB-Teams, das den Favoriten über weite Strecken dominierte.
Die Jong Oranjes kamen mit etwas mehr Druck aus der Pause, versuchten ihr überlegenes Spiel aufzuziehen. Doch die Deutschen befreiten sich geduldig und überlegt, um die Gegnerinnen dann selbst vorn zu pressen, was denen spürbar nicht behagte. Müller musste dann nach einem Konter durch die Mitte zum zweiten Mal ran, als sie aus spitzem Winkel geprüft wurde (19.). Nach einem starken Solo von Elisa Gräve hatte Vivot eine gute Stecherchance, aber ihr Versuch wurde noch neben das Tor abgelenkt (21.).
Imme van der Hoek musste dann mit Grün auf die Bank, als sie Kirschbaum im Aufbau von hinten foulte. Und die Überzahl nutzte das DHB-Team sofort, als Tessa Schubert in eine harte Rückhandflanke rutschte und per Stecher ins lange Eck zum 0:1 (22.) traf. Sogar Pech dann, als ein abgelenkter Schuss von Kapitänin Maike Schaunig auf die Latte ging (25.). Es gab zudem aber Ecke Nummer eins fürs DHB-Team, die aber in der Ausführung gut gelesen wurde von der niederländischen Abwehr.

Es ging mit einer absolut verdienten 1:0-Führung in die Pause. Die deutschen Juniorinnen dominierten den Weltmeister mit einer sehr „erwachsenen Leistung“, wie auch EHF-Kommentator Nick Irvine befand, fast über die kompletten 30 Minuten. Bis auf zwei Schüsse aus spitzem Winkel hatten die Jong Oranjes noch nichts aufs Tor gebracht. 

Auch nach Wiederanpfiff erstmal Druck der Holländerinnen, doch der erste gute Angriff wieder von den Deutschen, als Schaunig von links flankte und eine Verteidigerin gerade noch vor eine einschussbereite Deutsche kam. Doch nur eine Minute später die zweite Ecke, die aber gut abgelaufen wurde (32.).
Dann wir es nach starkem Linksangriff Gräve, die rechts am Kreisrand zum Schuss kam und die Rückhand nur Zentimeter über die Latte jagte (34.). Wer gedacht hatte, die Favoritinnen würden nun die Kontrolle übernehmen, sah sich getäuscht. Die sehr junge deutsche Mannschaft kaufte ihnen den Schneid ab, hatte mehr vom Spiel und war die besser strukturierte Mannschaft. Doch dann passte die Abwehr einmal nicht auf, ließ Marijn Veen völlig unmarkiert am deutschen Kreis stehen, die Müller in aller Ruhe aussteigen lassen konnte und per Rückhand zum unverdienten Ausgleich traf (37.).
Der Treffer aus dem Nichts brachte das junge Team aus dem Tritt. Müller musste im nächsten Angriff vollen Einsatz zeigen, um den Rückstand zu verhindern (38.). Im nächsten Angriff dann die erste Ecke für die Jong Oranjes (39.), der die zweite folgte. Die holte Müller aus dem bedrohten linken Eck. Die Bouchouchi-Schützlinge versuchten zu ihrer guten Linie zurückzufinden, was nicht so einfach war, auch weil die Niederländerinnen nun Morgenluft gewittert hatten und deutlich stärker wurden.
Es war jetzt sehr viel Nervosität plötzlich im Spiel und die Deutschen verloren früh wichtige Bälle, so dass sie ständig unter Druck standen. Erst acht Sekunden vor Ende kam das DHB-Team plötzlich mit einem Konter über Katharina Kiefer vors Tor und Alisa Vivot hätte aus zwei Metern fast das 2:1 gemacht, doch Adank warf sich auf der Linie noch dazwischen und rettete. Es wäre denn auch eine glückliche Führung gewesen, denn das Viertel gehörte nach dem krassen Deckungsfehler, der zum 1:1 geführt hatte komplett den Weltmeisterinnen, die gute Chancen zur Führung hatten.
In der Anfangsphase des letzten Viertels dann wieder das gute Spiel der Deutschen, die nun wieder selbst Akzente setzten. Wenzel sah dann für ein Stockfoul Grün, so dass die Deutschen zwei Minuten in Unterzahl waren (47.). Doch die überstanden die Deutschen sehr stark, ohne etwas zuzulassen. Doch kaum wieder in Gleichzahl führte ein Freischlag der Niederländerinnen zum Rückstand. Erneut Marijn Veen konnte den Ball mit dem Rücken zum Tor annehmen und nach Drehung zu unbedrängt zum 2:1 (51.) treffen. Die Deutschen protestierten bei den Schiedsrichterinnen, waren sich sicher, dass die Flankengeberin nicht fünf Meter gelaufen war, bevor sie Veen bediente, doch der Treffer zählte.
Alisa Vivot hatte nur eine Minute später eine gute Chance, aber ihr Stecherversuch rutschte ihr direkt vor Tor leicht über die Kante (53.). Im Gegenzug dritte Ecke für die Niederlande (53.). Man konnte gut hören, dass die erste Welle den Ball mit dem Schläger abwehrte, doch die Portugiesin gab eine weitere Ecke – und die wurde von Spezialistin Yibbi Jansen zum 3:1 verwertet. Sehr ärgerlich, dass durch diesen umstrittenen Pfiff das Match entschieden war! „Wir sind uns bei beiden Toren sicher, dass einmal die fünf Meter nicht gelaufen wurden und beim zweiten klar der Schläger getroffen wird und nicht das Bein, aber gegen solche Tatsachenentscheidungen kann man nichts machen“, sagte der Bundestrainer später.
Kurz darauf Gelb für Famke Richardson und Bouchouchi hatte zudem Müller für eine elfte Feldspielerin vom Platz genommen. Dadurch künstliche doppelte Überzahl für die Deutschen. Der Ball ging auch in der 56. Minute ins Tor, wurde aber wegen gefährlichen Spiels nicht gewertet. Die Niederländerinnen nahmen dann in der vorderen rechten Ecke Zeit von der Uhr. Es kam nicht mehr richtig zum Powerplay.

Tore:
-
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0:1       Tessa Schubert (22.)
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1:1       Marijn Veen (37.)
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2:1       Marijn Veen (51.)
3:1       Yibbi Jansen (KE, 53.)

Ecken:
NED 3 (1 Tor) / GER 3 (kein Tor)

Schiedsrichter:
Ana Faias (POR) / Rebecca Woodcock (ENG)

 

 

 

 

 

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